Naziaufmarsch in Wedel? Nicht mit uns!

MACH MIT!

Offizieller Aufruf des Bündnisses

Wedel steht auf! Keine Neonazis hier und anderswo!

Wir Wedelerinnen und Wedeler wenden uns in aller Deutlichkeit gegen Aufmärsche von Neonazis, auch in Wedel.
Voller Trauer gedenken wir der Bombardierung und Zerstörung unser Stadt am 3. März 1943 und der damals getöteten Menschen. Damit solche furchtbaren Ereignisse mahnende Geschichte bleiben, soll über die Hintergründe und Ursachen informiert werden, sollen Friedenskerzen angezündet und es soll erinnert werden.

Nie wieder wollen wir der Intoleranz, dem Hass, der Fremdenfeindlichkeit und der Menschenverachtung Raum geben. Deshalb wenden wir uns gegen die Kräfte, die in der Tradition des Faschismus stehen, der ursächlich für Tod und Verbrechen im letzten Weltkrieg verantwortlich war. Wir wollen verhindern, dass alte und neue Nazis unsere Trauer umwidmen und die Geschichte umschreiben. Und wie lebensgefährlich solche Gruppierungen auch heute sind, haben nicht zuletzt die sogenannten NSU-Morde gezeigt.

Bereits am 27.04.1989 fasste die damalige Ratsversammlung folgenden Beschluss:
„... Der Rat der Stadt Wedel (Holstein) und die in ihm vertretenen Parteien werden daher alle rechtlichen und politischen Möglichkeiten ausschöpfen, den Bestrebungen und Zielen dieser Gruppierungen in Wedel entgegenzuwirken. ...Die politische Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus dient auch dem Schutz von Minderheiten“.

In der Umsetzung dieses Beschlusses wurde 1990 der „Arbeitskreis der Stadt Wedel gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit“ gegründet, für dessen Arbeit Wedel im Mai 1990 als „Weltoffene Gemeinde“ auf Bundesebene ausgezeichnet wurde. Dieser Auszeichnung fühlen sich die Ratsfraktionen nach wie vor verpflichtet, was sich in vielfältiger Weise in Wedel zeigt.

Wir Wedelerinnen und Wedeler sind stolz darauf und treten auf ganz unterschiedliche Weise für das friedliche Neben- und Miteinander aller Menschen in Wedel ein, sei es in den demokratischen Parteien, in Gewerkschaften, Kirchengemeinden, Arbeitskreisen, in Vereinen und Verbänden, in Verwaltung, in Migrantenorganisationen, in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten, in der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste, in Schulen und in der Volkshochschule, gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern und allen friedliebenden Menschen in Wedel.

Wir schauen nicht weg. Deshalb rufen wir dazu auf, gemeinsam gegen Neonazi-Aktionen Stellung zu beziehen und friedlich, aber deutlich und auf vielfältige Weise dagegen zu protestieren!

Wedel, 20. Februar 2013

Diesen Aufruf von Wedelerinnen und Wedelern unterstützen:

Arbeitskreis der Stadt Wedel gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit, Bündnis 90/Die Grünen - Fraktion und Ortsverband, Die Linke - Fraktion und Ortsverband, DGB-Ortsverband, GEW-Ortsverband, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten, Johann-Rist-Gymnasium (Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage)